Tarotkarten - Kanal zum Unterbewusstsein

Esoterik, eine Wissenschaft die Wege zur Spiritualität weist. Auf dem Weg stellen sich viele philosophische Fragen ...
Antworten
Benutzeravatar
marcoh
Site Admin
Beiträge: 51
Registriert: 29. Sep 2019, 03:05

Tarotkarten - Kanal zum Unterbewusstsein

Beitrag von marcoh » 21. Okt 2019, 10:20

Tarotkarten werden ja gerne als Wahrsagekarten bezeichnet. In gewisser Weise mag das zutreffen, die weit verbreitete Ansicht: Man kann damit die Zukunft vorhersagen, ist eine wenig realistische Betrachtungsweise.

Eigentlich handelt es sich bei Tarotkarten, Orakelkarten und was es da sonst noch so gibt, um eine Möglichkeit einen "Kommunikationskanal" mit seinem Unterbewusstsein zu etablieren. Warum etablieren? Weil es ein paar Voraussetzungen bedarf, damit es überhaupt funktioniert, eine davon heisst: Übung. Wir können also nicht, sobald wir irgendwo einen beliebigen Satz Tarotkarten gekauft haben, damit umgehen. Oder kannst Du Auto fahren, nur weil Du eins gekauft hast und den Schlüssel in Händen hälst?

Bleiben wir mal bei dem Beispiel mit dem Auto, zuerst brauchst Du nämlich ein Auto, das Dir gefällt, Deinen Bedürfnissen entspricht und wo Du auch reinpasst. Im Fall der Tarotkarten heisst das: Nicht jedes Deck wird am Anfang für Dich funktionieren. Es ist einfacher, wenn Du mit einem Deck anfängst, was Dir optisch und/oder thematisch zusagt. Wenn die Illustrationen auf den Karten "mit Dir sprechen", Dir eine Geschichte erzählen, dann sind die Karten vermutlich für Dich gut geeignet.

Du kannst Dir bei verschiedensten Webseiten einen sehr schönen ersten Überblick verschaffen, wie solche Karten aussehen können. Nehmen wir z.B. mal den Narr, die, üblicherweise, erste Karte des Deck. Sie steht für den Anfang der Seelenreise und wird meistens durch einen unbedarften Wanderer dargestellt, der fröhlich und vergnügt auf den "Abgrund der Inkarnation" zuläuft. Schau mal in verschiedene Decks rein, damit Du einen Eindruck erhälst, wie verschieden diese "Figur" auf Tarot Karten illustriert sein kann. Falls Dich eine Illustration anspricht, hast Du schon mal einen guten Hinweis, was Dir als Deck zusagen könnte.

Bei Aeclectic findest du die grösste Übersicht an Tarot Decks etc. die mir bekannt ist.

Wenn Du jetzt also ein Deck gefunden hast, es Dir besorgt hast, was dann? Betrachte es wie ein Spielzeug. Spiel also damit herum, das ist ein wenig, um bei der Auto Metapher zu bleiben, wie Fahrschule. Grundsätzlich gibt es, wie immer, mehrere Möglichkeiten Tarot zu "lernen". Eine ist ein Buch zu kaufen und die Bedeutung der Karten auswendig zu lernen. Meine Meinung? Das ist wenig zielführend. Eine andere Möglichkeit, die ich als sinnvoller ansehe, ist: Nimm Deine Karten und schau sie Dir erst mal alle in Ruhe an. Welchen Eindruck machen sie bei Dir? Lösen Sie bestimmte Gedanken oder Gefühle aus? Erzählen Sie eine Geschichte? Freunde Dich mit Deinem Deck an.

Nachdem Du also erste Bekanntschaft gemacht hast, fange mal damit an, jeden Tag eine Karte zu ziehen. Nennen wir es mal die "Energiekarte des Tages" und lass sie auf Dich wirken. Der Eindruck den sie Dir vermittelt, ist so etwas wie das "Zeichen" unter dem der Tag steht. Lies ruhig in dem mitgelieferten Buch nach, was die Karten aussagen wollen. Bei längeren Texten leitet deine Intuition Dich schon zu den richtigen Textstellen, die Dir dann auffallen. Eine Stichwortartige Übersicht, welche Bedeutung den einzelnen Karten üblicherweise zugesprochen wird findest Du HIER

Das lässt sich dann mit minimaler Übung ausbauen. Fange an einfache zwei Karten "Spreads" (Legungen) wie z.B. Start / Stop (Was sollte ich in meinem Leben beginnen zu tun, womit sollte ich aufhören) zu machen. So entwickelst Du langsam einen Kommunikationskanal zu deinem Unterbewusstsein.

Nach einiger Zeit und Übung wirst Du merken, dass Du das Buch gar nicht mehr brauchst, weil dein Bauch schon weiss was die Karte Dir sagen will. Dann ist vermutlich ein guter Zeitpunkt Spreads mit mehr Karten anzufangen, um zu lernen Karten im Zusammenhang zu verstehen. Von da an kommst Du hervorragend alleine mit Deinen Tarotkarten zurecht :D Umfangreichere Spreads findest Du, wenn Du einfach mal nach Tarot Spread, Legesystem, o.ä im Web suchst (direkt nach Bildern suchen hilft hier ;) )

Das ist es worum es beim Tarot geht, diesen Kanal zu finden, zu öffnen und zu nutzen. Damit Du neben deinem Intellekt auch mit Deiner Intuition kommunizieren kannst, durch sie Hinweise und Anleitung erfährst. Unser Unterbewusstsein weiss und kann viel mehr, als viele Menschen glauben wollen, daher ist es meiner Meinung nach gut und wichtig, für sich Möglichkeiten zu finden, damit in Kontakt zu treten.

Benutzt Du Tarotkarten? "Mein" Tarot ist z.B. das Wildwood Tarot bei dem die Karten mit mir "sprechen". Die Zukunft kann ich damit nicht vorhersagen, aber in mich reinhören, meine eigenen Bedürfnisse, Nöte und Wünsche besser verstehen und einfach mal mein Bauchgefühl fragen, wenn ich mir unsicher bin, was ich an manchen Stellen im Leben machen soll.

Entspricht das also dem "Label" Zukunft vorhersagen? Ich denke nicht, aber das darf jeder gerne für sich selbst beantworten.
Benutzeravatar
marcoh
Site Admin
Beiträge: 51
Registriert: 29. Sep 2019, 03:05

Re: Tarotkarten - Kanal zum Unterbewusstsein

Beitrag von marcoh » 7. Nov 2019, 08:27

Was zusätzlich noch anzumerken ist:

- Mit der persönlichen Weiterentwicklung verschiebt sich mitunter auch das Selbst- wie auch Weltverständnis. Dann ist es vielleicht sinnvoll mal auf "Brautschau" zu gehen. Meistens findet man dann ein anderes Tarot oder Orakel, welches dem neuen Verständnis passender, angebrachter oder sinnvoller erscheint. Verschiedene Decks können besser geeignet sein, verschiedene Aspekte der eigenen Fragen zu beleuchten. Zum Beispiel ist es schwieriger mit einem "erdigen, naturnahen" Deck transzendente Fragestellungen zu beantworten. Dazu ist ein Deck welches aus dieser Weltanschauung heraus hergestellt wurde, wie z.B. das Osho Zen Tarot leichter zu benutzen. Es geht sicher mit jedem Deck alles, aber manchmal macht die Wahl des richtigen Werkzeug die Arbeit leichter ...

- Bei der Auswahl des Tarotdeck ist ein Aspekt, ob und in welcher Form ein Begleitbuch mitgeliefert wird. Für den Anfänger ist es meistens unerlässlich darin nachschlagen zu können. An der Stelle lohnt sich also darauf zu achten, ob das Deck mit einem Buch oder einem gefalteten Zettel geliefert wird. Die Bücher sind insbesondere deshalb auch interessant weil sie einen Einblick in die Weltanschauung geben, die hinter dem Tarot steht. Als Beispiel: Wenn ich bisher keinerlei Berührung mit Wicca- und Druidentum hatte, so wird mir das mitgelieferte Buch des DruidCraft Tarot neben der Erklärung der Karten auch einen "Grundkurs" in Druidischer Weltanschauung geben. Oftmals findet man da sehr interessante und wertvolle Informationen, Puzzleteile für das eigene Weltbild oder Erklärungen aus uns unbekannten Perspektiven, wie Dinge funktionieren und zusammen hängen können.

- Mitunter ist es sinnvoll sich ein gesondertes Buch zu Tarot bzw. den Karten zu beschaffen. Wenn das Deck, welches ich ausgesucht habe, also nur mit einer minimalen "Dokumentation" kommt und ich ohnehin von Tarot noch nicht viel Ahnung habe, kann ein solches Buch die Lücke zwischen mir und dem Tarot schliessen. Eine persönliche Empfehlung dafür wäre zum Beispiel ein Buch wie Im Dialog mit den Bildern des Tarot.
Antworten